Eigene Erfahrungsberichte der Helfer

Meine Motivation

3:20 Uhr... Der Wecker klingelt. Mit einem Satz bin ich aus dem Bett, nicht wie sonst, wenn er um 6:00 Uhr für die Arbeit klingelt und ich mich träge aus dem Bett schleppen muss. Gesicht waschen, Haare zusammenbinden, Zähne putzen und ab in die wasserabweisende Kleidung. Treffpunkt ist um 4:00 Uhr beim "Weißen Ross" oder auf dem "Osterhof Mack" in Langenau. Der Drohnenpilot steht schon mit gepackten Köfferchen vor dem Eingang, ein weiterer Helfer wartet mit drei großen Kisten neben ihm. Diese sind für den Fall, dass ein Kitz, Gelege von Vögeln oder Junghase gefunden wird und damit transportiert werden  und darunter verwahrt werden können, bis der Landwirt seine Arbeit auf dem Feld erledigt hat. 
Nachdem alles ins Auto verstaut wurde geht's auch schon los zu den Feldern, welche uns am Vortag von den Landwirten zum Absuchen gemeldet wurden. 
Beim ersten Feld angekommen startet der Pilot die Wärmebilddrohne, während wir Helfer unsere Walkie-Talkies auf den selben Kanal einrichten und Gras zum Auskleiden der Transportkisten sammeln. In 40m Höhe fliegt die Drohne im Zick Zack Muster das Feld ab. Und da ist auch schon der erste leuchtend weiße Fleck auf dem Bildschirm zu sehen. Der Pilot lässt die Drohne langsam ein Stück tiefer sinken, damit wir sicher sein können, dass es sich nicht nur um einen warmen Erdfleck handelt. Wir sehen eine kleine Bewegung und wissen sofort - da liegt tatsächlich ein kleines Kitz. Die Drohne schwebt in ca. 30m Höhe und zeigt an, in welche Richtung der Helfer laufen muss. Da das Feld von oben nach unten durchsucht wird, besteht keine Gefahr, ein anderes Tier aufzuscheuchen oder zu übersehen. Der zweite Helfer koordiniert den ersten Helfer mit Hilfe des Drohnenpiloten und den Walkie-Talkies genau vor den warmen Punkt - das Kitz. Sobald der erste Helfer das Kitz entdeckt hat, bleibt er dort stehen und wartet, ist Helfer 2 mit der Transportkiste kommt. Der Pilot führt seinen Flug indessen fort, da jeder Akku nur ca. 20 Min. Laufzeit hat. Mit Hilfe von viel Gras und Einweghandschuhen (wichtig, da kein menschlicher Geruch am Tier sein soll) wird das kleine Kitz gehalten, mit einer Marke im Ohr gekennzeichnet und in die Kiste gelegt. Dabei wird auch nachgesehen, welches Geschlecht das Tier hat. Beide Helfer verlassen daraufhin das Feld auf dem Weg, auf dem sie hineingegangen sind und legen die Box in sicherer Entfernung umgedreht ab. Wir bedecken die Tiere so gut wie möglich mit Gras, damit sie sich sicherer fühlen. Auf die Kiste wird ein Stein oder ähnliches gelegt, sodass die Kisten nicht umgeworfen werden können. Ist dies erledigt kehren die Helfer zum Drohnenpiloten zurück. Der Ablauf startet jedes Mal aufs Neue, sobald wieder etwas entdeckt wurde. 
Ist das ganze Feld abgesucht, warten wir, bis der Landwirt seine Arbeit erledigt hat. Danach kehren wir gemeinsam zu den Boxen zurück und entlassen die Jungtiere zurück in die Freiheit.

Bine